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Achtsamkeit mit Kindern leicht gemacht: Mit diesen Übungen klappt’s

In einer Zeit, in der wir mit scheinbar endloser Reizüberflutung konfrontiert werden, ist es normal, wenn uns die Konzentration fehlt.

Blinkende Bildschirme, Blitzlicht und oft auch der Alltagsstress sorgen dafür, dass unsere Gedanken ständig woanders sind, nur nicht da, wo sie sollten.

Achtsamkeit ist für Kinder mindestens genauso wichtig wie für uns Erwachsene.

Wenn du also nach etwas mehr Entspannung zuhause suchst und denkst, dass dein Kind häufig den Fokus verliert, bist du hier genau richtig.

Wir werden nicht nur allgemein über Achtsamkeit und dessen Auswirkungen und Vorteile reden.

Es warten auch ein paar coole Achtsamkeitsübungen für Anfänger auf dich und du bekommst eine in etwa 5 Minuten lange Meditation in Textform als Bonus dazu.

Bereit?

Achtsamkeit für Kinder Mutter schenkt ihrem Kind ganz viel Liebe

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Achtsamkeit: Warum es wichtig ist und wer davon profitiert

Achtsamkeit für Kinder führt zu einer glücklichen Familie

Achtsamkeit ist wie eine geheime Zutat im Rezept für ein glückliches Kinderleben. 

Wenn Kinder lernen, achtsam zu sein, entwickeln sie nicht nur ein bewussteres Verständnis für ihre eigenen Gedanken und Gefühle, sondern auch für die Welt um sie herum.

Die Wahrnehmung spielt dabei eine zentrale Rolle. Durch achtsame Übungen schärfen Kinder ihre Sinne und lernen, bewusst auf ihre Umgebung zu reagieren.

Dies ermöglicht es ihnen, den gegenwärtigen Moment in seiner vollen Farbenpracht zu erleben.

Wenn Kinder lernen, ihre Aufmerksamkeit bewusst zu lenken und kleine Freuden im Alltag zu entdecken, entfalten sich positive Auswirkungen auf ihre Stimmung und emotionale Resilienz.

Hier sind weitere Beispiele dafür, dass Achtsamkeit nicht nur für Kinder von Vorteil ist:

Verbesserte emotionale Intelligenz und Regulation

Die Achtsamkeitspraxis fördert die emotionale Entwicklung und Intelligenz von Kindern, indem sie lernen, ihre Gefühle bewusst zu erkennen und auszudrücken. 

Gleichzeitig stärkt sie die Fähigkeit zur Selbstregulation, indem Kinder lernen, mit ihren Emotionen auf eine gesunde Weise umzugehen.

Verbessertes Selbstwertgefühl

Achtsamkeit unterstützt Kinder dabei, eine positive Beziehung zu sich selbst aufzubauen. Durch das bewusste Wahrnehmen und Akzeptieren ihrer Gedanken und Gefühle entwickeln sie ein starkes Selbstwertgefühl. 

Dies ermöglicht es Kindern, ihre Einzigartigkeit zu schätzen und selbstbewusster mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen.

Innere Balance und Stressbewältigung

In stressigen Situationen, sei es vor einer Prüfung oder einem wichtigen Schulprojekt, fördert Achtsamkeit nicht nur die äußere Stressbewältigung, sondern schafft auch eine innere Balance.

Durch bewusstes Innehalten und Atemübungen lernen Kinder, sich zu zentrieren und ruhig mit Stress umzugehen. Gerade hochsensible Kinder profitieren davon enorm.

Förderung der Konzentration

Achtsamkeitsübungen unterstützen Kinder dabei, ihre Aufmerksamkeit zu steigern. 

Ob beim Erledigen von Hausaufgaben oder beim Spielen, die bewusste Ausrichtung auf den gegenwärtigen Moment hilft Kindern, sich besser zu konzentrieren und gelassener mit Herausforderungen umzugehen.

Wenn wir unsere Kinder zurechtweisen, sind es oft bereits angestaute und vergangene Emotionen, die hochbrodeln und uns oft überreagieren lassen. Achtsamkeit hilft Elternteilen, in diesen Situationen ausgeglichener zu reagieren und nicht unnötig zu schimpfen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch von Achtsamkeit profitieren kann. 

Wenn du dir trotzdem nicht ganz sicher bist, folgen hier vier Anzeichen, dass man mit Kindern Achtsamkeit trainieren sollte:

1. Schwierigkeiten bei der Konzentration

Beispiel: Dein Kleines hat so seine Mühe, sich bei den Hausaufgaben zu konzentrieren. Ständig abgelenkt, fällt es schwer, sich auf eine Aufgabe zu fokussieren. 

Und das macht sich auch in der Schule bemerkbar – vielleicht ein schlechtes Zeugnis oder Schwierigkeiten beim Verstehen des Lernstoffes.

2. Emotionale Unruhe

Beispiel: Nach einem aufregenden Tag kommt dein Kind nach Hause und ist irgendwie durcheinander. Mal gute Laune, mal schlechte – die Stimmung wechselt schnell, oder es wirkt gestresst, besonders nach erlebnisreichen Situationen. 

Emotionen zu kontrollieren oder auszudrücken, fällt nicht immer leicht.

3. Ständiger Drang durch Ablenkung

Beispiel: Dein Wirbelwind wechselt gefühlt im Sekundentakt zwischen verschiedenen Spielen und Aktivitäten. Langeweile? Fehlanzeige. 

Doch genau das kann in bestimmten Situationen, die Ruhe erfordern, zum Problem werden. Dein Kind hat Schwierigkeiten, sich länger auf eine einzige Sache zu konzentrieren, wie beim Lernen und Lesen oder wenn es einfach nur zuhören sollte.

4. Geringes Selbstbewusstsein

Beispiel: In sozialen Situationen zeigt dein Kind Anzeichen von geringem Selbstbewusstsein. Vielleicht zieht es sich zurück, findet es schwierig, sich auszudrücken, oder traut sich nicht so recht, seine Meinung zu sagen. 

Dieses geringe Selbstbewusstsein kann auch in Unsicherheiten bei neuen Herausforderungen sichtbar werden.

Also, wenn du diese Anzeichen an deinem Kind wieder erkennst, dann wird Achtsamkeit eine spannende Reise für euch beide sein. 

Die kleinen Veränderungen, die durch bewusste Momente und Übungen entstehen, verbessern die Konzentration und tragen dazu bei, dass sich dein Kind emotional ausgeglichener fühlt und selbstbewusster wird.

Wahrnehmung und das Glücklichsein deines Kindes

Lass uns den Vorhang lüften und einen Blick hinter die Kulissen werfen – der wissenschaftliche Hintergrund von Achtsamkeit.

Keine Sorge, hier gibt es keine komplizierten Formeln oder langen Abhandlungen. Aber du wirst etwas mehr darüber verstehen, wie Achtsamkeit das Gehirn deines kleinen Abenteurers zum Leuchten bringt.

Der wissenschaftliche Hintergrund

Wenn Kinder achtsam sind, passiert eine Menge in ihren kleinen Köpfen. 

Wissenschaftler haben entdeckt, dass regelmäßige Achtsamkeitspraxis bestimmte Bereiche des Gehirns stärkt. Diese Bereiche sind wie Muskeln, die mit Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Stressbewältigung zu tun haben. 

Wenn dein Kind also achtsam ist, wird sozusagen ein Fitnesstraining für das Gehirn gestartet. Die kleinen grauen Zellen werden flexibler und widerstandsfähiger. 

Es ist, als würde es Yoga für das Gehirn sein – flexibler, ausgeglichener und bereit für die Abenteuer des Alltags.

Wahrnehmung als Schlüsselkomponente

Was die Wahrnehmung angeht, stell es dir vor wie eine Linse, die scharfgestellt wird. 

Durch Achtsamkeitsübungen schärfen Kinder ihre Sinne, und das kann man sich vorstellen wie das klare Bild in einem Foto. Details, die vorher verschwommen waren, werden plötzlich klar. 

Dein Kind kann bewusster sehen, hören und fühlen. Das Rauschen der Blätter im Wind wird genauso präsent wie das Zwitschern der Vögel. Einfach ein klarerer Blick auf die Welt.

Der Glücklichsein-Effekt

Und jetzt das Sahnehäubchen: Das Glücklichsein. 

Wenn Achtsamkeit und verbesserte Wahrnehmung Hand in Hand gehen, entfaltet sich ein wunderbarer Nebeneffekt. Kinder lernen, den gegenwärtigen Moment mehr zu schätzen. 

Das bedeutet nicht nur, bewusster durchs Leben zu gehen, sondern auch, die kleinen Freuden intensiver zu erleben. Das Lachen eines Freundes oder das Naschen von Schokolade werden zu besonders kostbaren Momenten im täglichen Leben. 

Es ist, als würde Achtsamkeit einen zusätzlichen Filter hinzufügen, der die bunten Farben des Lebens noch intensiver leuchten lässt.

Die Verbindung zwischen Achtsamkeit, Wahrnehmung und dem Glücklichsein liegt

in der Fähigkeit, den Moment zu schätzen. 

Lass uns jetzt gemeinsam weitergehen und entdecken, wie Achtsamkeit euren Alltag verzaubern kann.

Achtsamkeit lernen und im Alltag erleben

Achtsamkeit mit Mutter und Kind üben_ Achtsamkeit für Kinder

Achtsam zu sein ist keine geheimnisvolle Fähigkeit, die nur Auserwählten vorbehalten ist. Ganz im Gegenteil: Sei es durch Meditationen wie das autogene Training oder Progressive Muskelentspannung - Achtsamkeit kann man lernen und üben.

Hier kommt der spannende Teil: Eltern spielen eine Schlüsselrolle dabei, Achtsamkeit im Alltag ihrer Kinder zu fördern. 

Durch gemeinsame Übungen und bewusste Momente schaffst du als Elternteil nicht nur eine Atmosphäre der Achtsamkeit. Du zeigst deinem Kind auch, wie man diese Prinzipien in den turbulenten Alltag integriert.

Hier sind 7 kurze Achtsamkeitsübungen für den Alltag:

1. Atemzentrierung

  • Schließe die Augen für einen Moment.
  • Konzentriere dich auf deinen Atem.
  • Zähle langsam bis fünf beim Einatmen und wieder bis fünf beim Ausatmen.
  • Spüre, wie sich deine Atmung beruhigt und fokussiere dich auf diesen Moment.

2. Bodyscan für Kinder

  • Setzt euch bequem hin oder legt euch hin.
  • Beginnt bei den Zehen und arbeitet euch langsam hoch zum Kopf.
  • Achtet auf jede Stelle im Körper, wie sie sich anfühlt.
  • Lasst eure Kinder beschreiben, wie es sich anfühlt.

3. Geräusche im Alltag

  • Nehmt einen Moment, um die Geräusche um euch herum zu hören.
  • Schließt die Augen und lauscht auf alle Klänge, ob nah oder fern.
  • Benennt gemeinsam die Geräusche und versucht, neue zu entdecken.

4. Achtsames Gehen

  • Beim Spaziergang achtet bewusst auf eure Schritte.
  • Fühlt, wie eure Füße den Boden berühren.
  • Nehmt die Umgebung bewusst wahr und genießt die Natur.

5. Handy-Pause

  • Setzt euch gemeinsam für fünf Minuten ohne Ablenkungen hin.
  • Lasst die Handys beiseite und konzentriert euch nur auf das Hier und Jetzt.
  • Nutzt diese Zeit für ein kurzes Gespräch, um mit deinem Kind zu Philosophieren oder einfach nur zum Entspannen.

6. Sinnesübung beim Essen

  • Während des Essens nehmt euch Zeit, die Sinne zu schärfen.
  • Beschreibt den Geschmack, die Textur und den Duft des Essens.
  • Genießt bewusst jeden Bissen.

7. Dankbarkeitsmoment

  • Vor dem Zubettgehen teilt gemeinsam drei Dinge, für die ihr dankbar seid.
  • Es können kleine oder große Dinge des Tages sein.
  • Dies schafft eine positive Atmosphäre vor dem Schlafengehen.

Diese kurzen Achtsamkeitsübungen können leicht in den Alltag integriert werden, sei es beim Warten auf den Bus, vor dem Schlafengehen oder sogar beim gemeinsamen Essen. 

"Achtsamkeit ist wie ein Regenschirm. Sie schützt uns vor den Stürmen des Lebens." 

- Thich Nhat Hanh -

Wenn du mehr als ein Kind zu Hause hast, dann kannst du auch eine dieser 3 lustigen Achtsamkeitsübungen für Gruppen ausprobieren:

1. Das Tanzspiel

  • Die Kinder tanzen zu Musik, dürfen aber nur mit einem bestimmten Körperteil agieren.
  • Beispielsweise nur mit den Händen, nur mit den Füßen oder nur mit dem Kopf.
  • Fördert die Konzentration und Achtsamkeit auf den eigenen Körper.
  • Sensibilisiert deine Kinder für die Bewegungen und fördert die Koordination.

2. Das Mimikspiel

  • Die Kinder versuchen, verschiedene Emotionen nur durch ihre Mimik auszudrücken.
  • Emotionen könnten Freude, Überraschung, Traurigkeit oder Wut sein. Ihr könnt entscheiden, wer welche Emotion nachmacht und wer die Mimik errät.
  • Schulung der emotionalen Intelligenz.
  • Sensibilisiert für die nonverbale Kommunikation und Achtsamkeit auf Gesichtsausdrücke.

3. Das Geräuschspiel

  • Die Kinder imitieren verschiedene Geräusche, sei es von Tieren, Natur oder Alltagsgegenständen.
  • Die anderen Kinder raten, welches Geräusch nachgeahmt wird.
  • Fördert die auditive Achtsamkeit und Konzentration.
  • Stärkt die Verbindung zwischen Gehör und Aufmerksamkeit für Umgebungsgeräusche.

Es geht darum, bewusste Augenblicke zu schaffen und Achtsamkeit zu einer natürlichen Gewohnheit im Familienleben werden zu lassen. 

Finde heraus, welche Achtsamkeitsübung zu euch passt und erlebt gemeinsam die positiven Veränderungen.

Wenn du das Ganze auf das nächste Level bringen möchtest, kannst du das Trainieren von Achtsamkeit auch durch Traumreisen erreichen.

Es gibt unzählige Texte für solche Übungen. Damit du nicht nach dem passenden suchen musst, habe ich dir eine Meditation vorbereitet, die du deinem Kind einfach vorlesen kannst:

Schlusswort: Achtsamkeit für Kinder

In einer Welt, die oft von Schnelligkeit geprägt ist, wird die bewusste Praxis des achtsamen Lebens zu einem Geschenk für die Zukunft unserer Kleinen. 

Sie lernen nicht nur, im Moment zu leben, sondern entwickeln auch Fähigkeiten wie Konzentration, emotionale Intelligenz und Stressbewältigung, die zu wichtigen Stärken eines Kindes gehören.

Achtsamkeit ist keine komplizierte Wissenschaft; sie ist erlernbar, kann spielerisch in den Alltag integriert werden und schafft dadurch eine wertvolle Bindung zu deinem Kind. Als Eltern dienen wir für unsere Kinder immer als Wegweiser. Lass uns immer bemühen, eine Umgebung zu schaffen, in der Achtsamkeit nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt wird.

Und? Wirst du zuerst die Übungen ausprobieren oder deinem Kind den Meditationstext vorlesen?