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Resilienz bei Kindern: Schutzschild für die Seele (+ 9 Tipps)

Resilienz bezeichnet die Fähigkeit von Menschen, mit Belastungen und Krisen fertigzuwerden.

Doch was bedeutet Resilienz für Kinder?

Und kann Resilienz Kinder glücklicher und erfolgreicher machen?

In diesem Artikel erkläre ich dir, was es mit Resilienz genau auf sich hat und wie du mit diesen Tipps und Übungen resiliente Kinder erziehst.

Denn Resilienz ist fundamental wichtig für ein glückliches Leben.

Los geht’s!

Resilienz Kinder: Schutzschild

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Was ist Resilienz bei Kindern?

Resilienz bedeutet psychische Widerstandskraft. Einfach erklärt könnte man auch sagen, Resilienz ist das Immunsystem für die Seele: 

Denn so, wie das Immunsystem den Körper gegen Krankheiten verteidigt, ist Resilienz ein Schutzschild vor seelischen Verletzungen. Das bedeutet: Resiliente Kinder können Krisen, Misserfolge und Belastungen besser verkraften, wie zum Beispiel…

Um Resilienz wirklich zu verstehen, sind vor allem diese 2 Dinge wichtig: 

  1. 1
    Resilienz ist kein “fixes” Persönlichkeitsmerkmal sondern eine erlernbare Fähigkeit. Resilienz entsteht nicht von heute auf morgen, oder ist “einfach so da”, sondern sie entwickelt sich im Laufe des Lebens. 
  2. 2
    Die Voraussetzung für Resilienzentwicklung ist Stress. Denn erst der Stress befähigt dazu, Lösungen dafür zu finden. Nur wer an seine Grenzen kommt, kann über sie hinauswachsen. Resilienz stärken bedeutet also NICHT, Krisen zu vermeiden. 

Wie wichtig ist Resilienz für Kinder?

Resiliente Kinder haben ein starkes Selbstbewusstsein, sind weniger ängstliche Kinder und können Probleme besser lösen. Sie sind zufriedener, gelassener und erfolgreicher – auch im Erwachsenenalter. Resilienz holt Kinder wie Erwachsene raus aus der passiven Opferhaltung und automatisch hinein in die aktive Selbstverantwortung und Selbstverwirklichung: Von "mir passiert etwas im Leben" hin zu "ich gestalte mein Leben selbst".

Das macht Resilienz zu einem der wichtigsten Faktoren für ein erfülltes Leben. 

Resilienz bei Kindern ist ausschlaggebend für ein glückliches und erfülltes Leben.

Was genau die Resilienz- bzw. Schutzfaktoren sind, zeige ich dir im nächsten Abschnitt: 

Resilienzfaktoren bei Kindern

Die Resilienzfaktoren bei Kindern lassen sich in 2 Kategorien einteilen:

  • persönliche (innere) Faktoren und 
  • soziale (äußere) Faktoren

Was diese sind und was sie bedeuten, darauf möchte ich nun näher eingehen...

Resilienzfaktoren

1. Persönliche (innere) Resilienzfaktoren

Persönliche Resilienzfaktoren beziehen sich auf die persönlichen Fähigkeiten und Verhaltensweisen, die dein Kind emotional stärken. Es sind seine inneren Ressourcen, die zur Resilienzentwicklung beitragen. Beispiele sind: 

  • Kreativität und Fantasie: Sie sind wichtige Eigenschaften im Umgang mit Problemen. Und da Krisen aus Problemen entstehen, sind kreative Lösungen der logische Weg, um Krisen zu bewältigen. 
  • Kognitive Fähigkeiten: Dazu zählen zum Beispiel das Reflexionsvermögen, das realistische Einschätzen von Situationen, die  Vorstellungskraft und die Gedächtnisleistung. All diese Fähigkeiten kann man trainieren. 
  • Positive Einstellung zu sich selbst: Eine optimistische Grundhaltung zu sich selbst und seinem Leben gibt Kraft, um Probleme nicht einfach nur hinzunehmen (und weiter darunter zu leiden), sondern seinen Wünschen entsprechend zu verändern und Lösungen zu entwickeln – selbst, wenn diese mit Risiken einhergehen. Wichtig: Optimismus ist nur förderlich, solange er auch realistisch bleibt. 
  • Selbstvertrauen, Herausforderungen meistern zu können: Experten sprechen auch von der "Selbstwirksamkeitserwartung", die sehr eng mit dem Selbstvertrauen verknüpft ist: Selbstwirksamkeitserwartung meint die Überzeugung, aus eigenen Kräften, Fähigkeiten und Handlungen selbst etwas zu schaffen bzw. wirksam zu sein. Selbstvertrauen bzw. die Selbstwirksamkeitserwartung ist wie Optimismus ein Motivator, um risikobehaftete Dinge anzupacken. 
  • Soziale Kompetenz: Damit ist die Fähigkeit gemeint, Freundschaften zu knüpfen, Einfühlungsvermögen zu zeigen und Konflikte mit anderen zu lösen. Durch Sozialkompetenz ist es Kindern möglich, ein soziales Netzwerk aufzubauen, das ihnen auch außerhalb der Familie Halt und Unterstützung gibt. 
  • Bewältigungsstrategien kennen und im Umgang mit Krisen einsetzen können: Neben der freien, kreativen Herangehensweise sind erprobte Bewältigungsstrategien eine zweite wichtige Ressource, um Probleme zu lösen. Besonders unter Stress dienen sie als einfach erlernbare Werkzeuge, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Sie sorgen für die nötige Klarheit, um anschließend kreative Lösungen entwickeln zu können. 
  • Autonomie verbunden mit der Fähigkeit, sich Unterstützung zu holen: Resiliente Kinder wollen Probleme selbstständig lösen. Allerdings merken sie es auch, wenn sie allein nicht weiter kommen. Sie können einschätzen, wer ihnen helfen kann und besitzen den Mut, um Hilfe einzufordern.
  • Motivation, persönliche Ziele zu erreichen: Motivation ist der innere Antrieb deines Kindes. Sie hat immer einen persönlichen Grund, der dem Tun und den Zielen deines Kindes Sinn verleiht. Sich diesem Warum bewusst zu sein, und ihn nicht aus den Augen zu verlieren, befähigt Kinder dazu, bei Stolpersteinen nicht gleich aufzugeben.

All diese Faktoren sind nicht für sich allein zu betrachten – vielmehr bereichern sie sich gegenseitig. Selbstvertrauen zum Beispiel stärkt automatisch die positive Grundhaltung zu sich selbst, ermutigt zu Selbstständigkeit und motiviert, die eigenen Ziele zu erreichen. Sobald du einen Resilienzfaktor bei deinem Kind förderst, stärkst du auch alle anderen Faktoren. 

2. Soziale (äußere) Resilienzfaktoren

Soziale Resilienzfaktoren bei Kindern beziehen sich auf das soziale Umfeld, vor allem Familie und Schule oder Kindergarten. Es handelt sich um äußere Faktoren, die unabhängig von den persönlichen Fähigkeiten deines Kindes zu seiner Resilienzentwicklung beitragen. Beispiele sind:

  • Stabile Bindung zu mindestens einer Bezugsperson: Studien haben gezeigt, dass es entscheidend ist, dass Kinder 1 vertrauensvolle, feste Bezugsperson haben – zum Beispiel dich. Jemanden, dem sie ihre Bedürfnisse und Sorgen mitteilen können und von dem sie Hilfe, Aufmerksamkeit und Liebe bekommen. Je jünger dein Kind ist, desto wichtiger ist die Bezugsperson. Denn schließlich kann es sich noch nicht allein in der Welt zurechtfinden. 
  • Erziehen ohne Schimpfen und Gewalt: Schimpfen und Gewalt in der Erziehung schwächen die Bindung zwischen Kind und Eltern. Es führt dazu, dass sich dein Kind immer mehr "verpanzert", um sich selbst vor seelischen Verletzungen zu schützen. Auch der Umgang in Schule und Kindergarten können die seelische Gesundheit deines Kindes beeinflussen. 
  • Liebevolles Familienumfeld mit klaren Grenzen und Freiheiten: Liebe nährt dein Kind. Indem du ein liebevolles Umfeld schaffst, wo sich dein Kind wohlfühlt und es die Regeln versteht, kann es sich am besten entfalten. Das stärkt die Kreativität, das Selbstvertrauen, das Selbstbewusstsein und die positive Einstellung zu sich selbst. 
  • Enge Beziehung zu Geschwistern: Auch Geschwister tragen zum sozialen Netz deines Kindes bei, welches es in Krisen auffängt und unterstützt. Je mehr Halt dieses Netz bietet, desto besser kann dein Kind Instabilität in Krisen standhalten. 
  • Stabile Beziehungen außerhalb der Familie: Freunde, Erzieher und Lehrer als Vertrauenspersonen stärken ebenfalls das soziale Netz deines Kindes. 
  • Qualität der Schulbildung: In der Schule bekommen Kinder nicht nur Wissen und kognitive Fähigkeiten, sondern auch sozialen Umgang, Kreativität und Autonomie beigebracht. Die Qualität der Schulbildung beeinflusst damit in großem Maß die Ausprägung der persönlichen Resilienzfaktoren. 

Zusammengefasst in 3 Sätzen bedeutet Resilienz aus Sicht deines Kindes: 

  • “Ich habe Menschen, die hinter mir stehen und mich lieben so wie ich bin.”
  • “Ich bin positiv mir selbst gegenüber eingestellt.”
  • “Ich kann ungünstige Lebensumstände meistern, weil ich über diverse Bewältigungsstrategien verfüge.”

Nun kennst du die wichtigsten Resilienzfaktoren bei Kindern. Aber oft ist es schwierig, anhand dieser Faktoren die Resilienz deines Kindes einzuschätzen. Deshalb habe ich dir im Folgenden Merkmale aufgelistet, woran du resiliente Kinder erkennst: 

Ist dein Kind resilient?

Resilienz schützt Kind vor Krisen

Überlege mithilfe der folgenden Liste, welche Punkte auf dein Kind zutreffen. Je mehr zutrifft, desto resilienter ist dein Kind:

Resiliente Kinder…

  • mögen sich selbst
  • glauben an sich selbst und ihre Fähigkeiten
  • kommen gut mit anderen zurecht
  • wollen Herausforderungen eigenständig bewältigen…
  • …aber auch erkennen, wenn sie Hilfe brauchen und scheuen sich nicht, danach zu fragen
  • können ihre Gefühle regulieren
  • können Strategien entwickeln, um Probleme eigenständig lösen
  • beweisen Mut und Ausdauer bei der Lösung von Problemen
  • sind optimistisch
  • können unerwünschte Umstände, die sie nicht beeinflussen können, akzeptieren
  • können Geduld aufbringen und warten
  • erkennen persönliche Chancen
  • können Verantwortung übernehmen
  • sehen sich selbst nicht als Opfer
  • haben Ziele und Wünsche für die Zukunft

Treffen für dein Kind einige Punkte zu? Wenn nicht, keine Sorge. Im nächsten Kapitel erkläre ich dir, wie du dein Kind resilienter machen kannst. Lies hier weiter...

Wie stärkt man Resilienz bei Kindern?

Resilienz ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen wichtig. Jedoch entwickelt sich Resilienz hauptsächlich im Kindesalter!

Aber keine Sorge, wenn dein Kind bisher keine starke Resilienz entwickelt hat. Denn man kann Resilienz lernen und somit ängstliche Kinder stärken. Das gilt übrigens auch für Erwachsene.

Andersherum wird die Resilienz leider auch wieder schwächer, wenn sie nicht trainiert wird. Deshalb habe ich dir im Folgenden die besten Tipps und Resilienz-Übungen für Kinder zusammengestellt:

Resilienzförderung im Kindergarten

So kannst du die Resilienz fördern bei Kindern im Kindergartenalter: 

1. Fehler gehören gefeiert!

Misserfolge sind enorm wichtig, um Resilienz zu entwickeln. Denn Kinder lernen durch Fehler und Frust ihre Gefühle zu regulieren und Probleme zu lösen.

Da kann es schon mal zu Wutanfällen oder dicken Tränen kommen (vor allem während der Autonomiephase oder der Wackelzahnpubertät). Das ist vollkommen ok, denn Gefühle wollen gefühlt werden! Steh deinem Kind dabei zur Seite: Mit der Wut-weg-Ampel kannst du dein Kind durch heftige Wutausbrüche liebevoll begleiten.

2. Mut tut gut

Misserfolge sind Teil des Lebens - aber Erfolge auch! Versuche in Konflikten, die dein Kind selbst lösen kann, nicht frühzeitig einzugreifen. Lass es dein Kind selbst probieren. Denn nur so kann dein Kind auch persönliche Erfolge erleben.

Wenn du hingegen wie Helikopter-Eltern versuchst, dein Kind vor jeglichen negativen Erfahrungen zu beschützen, nimmst du ihm gleichzeitig potenzielle Erfolgserlebnisse weg.

Statt Probleme für dein Kind zu lösen, solltest du es lieber ermutigen, das Problem selbst zu lösen! Und wenn dein Kind deine Hilfe sucht, steh ihm zur Seite - getreu dem Motto “Hilf mir, es selbst zu tun.”

3. Die geheime Kuschelkraft

Resilienz stärken durch Kuscheln? JA! Denn Kuscheln stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Kind und somit das Empfinden von Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen. Hochsensible Kinder brauchen dabei besonders viel Liebe und Nähe. Beides zusammen ist das Fundament für dein Kind, um Vertrauen in sich Selbst und sein Umfeld aufzubauen und erste eigene Schritte in unbekannte Gewässer zu wagen.

Und genau das ist ja so wichtig bei der Resilienz: 

Probleme und Krisen gilt es nicht zu vermeiden, sondern sie optimistisch anzugehen und bewältigen zu lernen.

Resilienzförderung im Grundschulalter

Mit diesen Tipps kannst du die Resilienz fördern bei Kindern im Grundschulalter: 

1. Starker Name, starkes Kind!

Spielerisch Ressourcen stärken bei Kindern? Na klar! Dieses kleine resilienzfördernde Spiel stärkt das Selbstbewusstsein deines Kindes sowie seinen Selbstwert und Optimismus. 

Resilienz Kinder: Die Namens-Übung

So geht’s:

  1. 1
    Schnapp dir ein Zettel und bunte Stifte. Dein Kind darf aussuchen, welche Farbe. 
  2. 2
    Lass es seinen Namen mit allen Buchstaben untereinander mittig auf das Blatt schreiben.
  3. 3
    Findet zu jedem Buchstaben eine Stärke deines Kindes, zum Beispiel “tapfer”, “rechnen” oder “kreativ”. Der Buchstabe im Namen muss nicht der Anfangsbuchstabe sein, sondern kann auch mitten im Wort vorkommen. Lass dein Kind vorrangig selbst darauf kommen und hilf ihm, wenn es nicht weiterkommt. 
  4. 4
    Dein Kind darf seinen Namen zum Schluss noch schön verzieren.
  5. 5
    Hängt das Bild gut sichtbar auf, zum Beispiel im Kinderzimmer. 

2. Das ICH-Buch

Auch diese Resilienz-Übung fördert spielerisch das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein deines Kindes. In der Übung reflektiert dein Kind, was ihm Kraft gibt und was es motiviert. Die Antworten hält es in einem kleinen Büchlein fest. 

So geht’s:

  1. 1
    Bastle mit deinem Kind ein Heftchen aus 4 A5-Seiten: Knicke dazu einfach die Seiten in der Mitte, sodass die kurzen Seiten übereinander liegen. Hefte die Seiten mit einem Tacker zusammen. 
  2. 2
    Verteilt auf den Buchseiten folgende Satzanfänge:
  • Ich bin… (z. B. fleißig, gut in der Schule, sportlich)

  • Ich mag… (z. B. Mama, Papa, Schokolade, Fußball spielen)

  • Ich fühle mich gut, wenn… (z. B. ich mit Mama kuschle, Papa mit vorliest)

  • Ich kann gut… (z. B. malen, singen, Fahrrad fahren)

  • Ich habe…  (z. B. tolle Freunde, ein schönes Kinderzimmer)

  1. 3
    Dein Kind darf seinen Namen zum Schluss noch schön verzieren.
  2. 4
    Ermutige dein Kind, das Buch gut aufzubewahren und anzuschauen, wenn es ihm einmal schlecht geht.

Tipp: Fertige auch du ein ICH-Buch an. Du kannst deinem Kind damit zeigen, dass es dir ganz wichtig ist, etwa wenn du schreibst “Ich bin…stolz auf Lisa” oder “Ich mag… wenn wir zusammen spielen”.

3. Spielen, spielen, spielen

In den vorherigen Tipps hast du schon 2 resilienzfördernde Spiele kennengelernt. Aber auch alle anderen Spiele können die Resilienz bei Kindern fördern! Und ja, es ist wirklich völlig egal, welches Spiel. Spielen dient dem Selbstausdruck, dem Erforschen und Ausprobieren. Spielen ist der Schlüssel zur Selbstverwirklichung und somit ein grundlegender Baustein für die Resilienz der Kinder. 

Mit Spielen ist nicht unbedingt Spielen mit dem neuesten Spielzeug aus dem Kaufladen gemeint. Ganz klassische typische Spiele dienen wunderbar der Entwicklung der Kinder:

  • Spielen mit Objekten (Holz, Steine, Spielsachen)
  • Spielen mit Bewegung und Tanz
  • Spielen mit der Stimme
  • Spielen mit Symbolen (Kunst, Musik, Worte)
  • Spielen mit Identitäten und Rollen (Theater, Drama...)
  • Spielen mit Fantasie (im Spiel ist alles erlaubt)
  • Spielen mit Ideen (Erzählen, Schreiben,...)
  • Spielen mit Emotionen und Gefühle (Necken, Albernsein, Lachen, Humor)

Resilienzförderung im Jugendalter

Die Pubertät verunsichert viele Jugendliche. Ihr Körper verändert sich und die Gefühlswelt ist ein größeres Chaos als das Kinderzimmer. Es wird immer wichtiger, cool und angesagt zu sein, sonst kann das schnell zu Mobbing in der Schule führen. Zudem steigt der Leistungsdruck.

Resilienz ist in dieser krisenreichen Zeit deshalb umso wichtiger. So unterstützt du deinen Teenager dabei: 

1. Kreativitäts-Boost

Klar, Teenager machen sowieso ihr eigenes Ding. Aber gerade wegen des hohen schulischen und sozialen Drucks ist das auch wichtig! Denn Hobbys wie Sport, Technik oder Musik fördern die Kreativität, das Selbstvertrauen und die Problemlösekompetenz ganz zwanglos und ohne den faden Beigeschmack vom “Ich muss…” in Schule und Co.

Überlege hierzu:

  • Was macht deinem Kind Spaß? 
  • Über welche Dinge informiert sich dein Kind ganz von selbst?
  • Wovon erzählt dein Kind voller Begeisterung und Leidenschaft?

2. Das Körper-Katapult

Resilienz fördern im Jugendalter

Ausraster bzw. Wutanfälle sind bei Jugendlichen keine Seltenheit. Manchmal ist einfach “alles Scheiße”. Da helfen auch keine ermutigenden Worte wie “Du schaffst das schon”.

Stattdessen braucht es bei solchen Ausrastern eine funktionierende Bewältigungsstrategie. Am besten, du sprichst offen mit deinem Kind darüber und ihr entwickelt gemeinsam eine Strategie, um die heftigen Gefühle abzubauen. Das klappt am besten über körperliche Aktivität. Denn dabei katapultiert dein Kind die Wut einfach durch seine Muskelkraft nach draußen. Beispiele sind:

  • Einen Boxsack aufhängen
  • Holz hacken
  • Joggen mit lauter Musik
  • Affirmationen
  • Kalt duschen

3. Selbst ist das Kind!

Je nach Art der Tätigkeit fördern verantwortungsvolle Aufgaben viele Resilienzfaktoren: zum Beispiel die Problemlösefähigkeit, soziale Kompetenz, Führungskompetenz und das Selbstvertrauen deines Kindes.

Beispiele zu verantwortungsvollen Aufgaben für Jugendliche (je nach Alter): 

  • Mini- oder Nebenjob wie Zeitung austragen oder Babysitten
  • Für ein Haustier sorgen
  • Nachhilfe geben 
  • Auf kleinere Geschwister aufpassen
  • Eine Aufgabe im Haushalt übernehmen 
  • Die Urlaubsplanung übernehmen
  • Einkaufen gehen
  • Klassen- oder Schulsprecher werden
  • ehrenamtliche Tätigkeiten übernehmen 

Bonus-Tipp: Mentalgeschichten

Die Mentalgeschichten von StarkeKids sind perfekt geeignet, um das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein deines Kindes zu stärken. Die Geschichten vermitteln mentale Stärke auf altersgruppengerechte Art und Weise für Kinder von 3 bis 12 Jahren.

Kinder-Mentaltraining ist eine einfache und wirkungsvolle Methode, um dein Kind innerlich zu stärken und ihm ein positives Selbstbild zu vermitteln. Gleichzeitig hilfst du ihm, ruhiger und entspannter zu werden und generell besser im Leben klar zukommen.

Negative Gedanken wie “Ich kann das nicht. Ich schaff es nicht. Ich trau mich nicht.” verwandeln sich nach und nach in: “Ich kann es. Ich schaff es. Ich glaube an mich. Ich versuch’s einfach!”

Schau doch mal rein: 

Zusammenfassung

So – das waren jetzt eine ganze Menge Infos zum Verdauen. Um deinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, habe ich dir hier nochmal die wichtigsten Fakten zum Thema Resilienz bei Kindern zusammengefasst: 

Beachte außerdem: Nichts tun tut nichts! Statt diesen Artikel nun einfach wegzuklicken, solltest du jetzt sofort überlegen, wie du die Tipps umsetzen kannst, damit dein Kind resilienter wird und optimal auf sein Leben vorbereitet ist. 

Zum Abschluss habe ich hier noch häufig gestellte Fragen in Bezug auf Resilienz bei Kindern für dich zusammengefasst:

Häufig gestellte Fragen

1. Bedeutet Resilienz, dass Kinder keine negativen Gefühle mehr spüren dürfen?

Nein. Denn das würde bedeuten, negative Gefühle zu unterdrücken. Aber Wut, Trauer und Frust gehören nunmal zum Leben dazu.

Ziel der Resilienzentwicklung ist es nicht, das Leben von allem Negativen zu “säubern”, sondern einen gesunden Umgang damit zu lernen. Dabei helfen diese Tipps zur Resilienzförderung bei Kindern. Damit dein Kind den Umgang mit Krisen lernen kann, solltest du es nicht “in Watte packen”. Eltern, die dazu tendieren, nennt man auch Helikopter-Eltern.

2. Wird Resilienz wieder schwächer, wenn man sie nicht trainiert?

Ja. Denn Resilienz ist wie ein Muskel: Wenn man ihn trainiert, wird er stärker. Wenn nicht, wird er zunehmend schwächer.

Hier ein Beispiel zur Veranschaulichung: Stell dir vor, du lebst im Paradies. Alles läuft rund und du kannst einfach dein Leben genießen. Doch je länger du im Paradies lebst, desto härter würde dich schon die kleinste Beeinträchtigung treffen! So völlig unvorbereitet käme sie dir wie eine riesige Katastrophe vor. Wer jedoch regelmäßig kleinere oder größere Krisen zu bewältigen halt, lässt sich nicht so leicht aus der Bahn werfen…

3. Wie können Erzieher Resilienz bei Kindern fördern?

ErzieherInnen und LehrerInnen gehören zum engen sozialen Umfeld des Kindes. Somit stehen sie an perfekter Position, um dessen Resilienz stärken. Die Resilienz-Übungen für Kinder und resilienzfördernde Spiele können deshalb nicht nur von Eltern, sondern auch von ErzieherInnen angewendet werden.