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Demokratischer Erziehungsstil: Dein persönlicher Leitfaden

Stell dir mal vor: Ein ausgeglichener Familienalltag, in dem nicht nur Mama und Papa das Sagen haben, sondern auch dein kleiner Abenteurer mit am Steuer sitzt. 

Eine Mischung aus Verständnis, Respekt und gemeinsamen Entscheidungen.

Wie klingt das für dich? 

Heute entdecken wir zusammen, wie ein demokratischer Erziehungsstil dir nicht nur harmonischere Familienmomente schenkt, sondern auch deine Bindung zu deinem Kind stärkt.

Es warten bereits Tipps für die Umsetzung im Alltag auf dich.

Demokratischer Erziehungsstil Mutter schenkt ihrer Tochter viel Liebe, Wertschätzung und Anerkennung

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Welche Merkmale hat ein demokratischer Erziehungsstil?

Demokratischer Erziehungsstil, Mutter und Vater haben Baby im Arm

Drei der wichtigsten Erziehungsstile führen auf den Psychologen Kurt Lewin zurück: demokratisch, autoritär und laissez faire. 

Die demokratische Erziehung, auch als autoritativ bekannt, ist wie die gesunde Mischung zwischen den anderen beiden.

Wie der eigene Name schon sagt, zeichnet sich dieser Stil durch die Einbeziehung der Kinder in den Entscheidungsprozess aus. Als Elternteil siehst du dich hierbei nicht als “Diktator”, sondern als Mitglied einer Gemeinschaft.

Diese Perspektive ermöglicht euch eine offene Kommunikation und fördert ein gemeinsames Verantwortungsgefühl für getroffene Entscheidungen.

Damit du diese Art der Erziehung besser kennenlernst und verstehst, folgen hier 7 zentrale Merkmale und ihre positiven Auswirkungen:

  1. 1
    Offene Kommunikation und Gleichberechtigung: Im Zentrum des demokratischen Erziehungsstils steht eine offene Kommunikation, die die Diskussion alternativer Lösungen einschließt. Gleichzeitig werden die Meinungen aller Familienmitglieder als gleichwertig betrachtet.Damit wird nicht nur die kollaborative Problemlösung gefördert, sondern du stärkst auch das Selbstwertgefühl und die Empathiefähigkeit deines Kindes und trägst zur familiären Harmonie bei.
  2. 2
    Flexibilität und Selbstständigkeit: Der demokratische Erziehungsstil fördert eine flexible Leitlinie, die Raum für kreative Lösungen bietet. Du ermutigst dein Kind dazu, innerhalb gesetzter Grenzen selbstständige Entscheidungen zu treffen.Diese Kombination aus Flexibilität und Selbstständigkeit stärkt die Anpassungsfähigkeit der Kinder und fördert ihre Autonomie.
  3. 3
    Zukunftsorientierte Kommunikation: Wenn du demokratisch erziehst, setzt du auf vorausschauende Kommunikation. Durch frühzeitige Informationen zu bevorstehenden Ereignissen gibst du deinem Kind die Möglichkeit, sich besser darauf einzustellen. Mit präventiver Kommunikation schaffst du Vertrauen, erleichterst die Anpassung deines Kindes an Veränderungen und unterstützt zusätzlich die Entwicklung von Zeitmanagement-Fähigkeiten.
  4. 4
    Gemeinsame Familienentscheidungen: Alle wichtigen Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Diese Praxis schafft nicht nur eine gemeinsame Verantwortung für das Wohlergehen der Familie, sondern vermittelt auch demokratische Werte und stärkt zusätzlich das Selbstbewusstsein deines Kindes.
  5. 5
    Elterlicher Rückhalt und Stabilität: Im demokratischen Erziehungsstil ist konstanter elterlicher Rückhalt und emotionale Stabilität zentral. Du schaffst damit eine verlässliche Umgebung für dein Kind, förderst das emotionale Wohlbefinden und stärkst eure Bindung zueinander.
  6. 6
    Offenes, akzeptierendes Eltern-Kind-Verhältnis: Die Beziehung zwischen dir und deinem Kind ist von Offenheit, Akzeptanz, Zuneigung und Wärme geprägt. Ein solches Verhältnis fördert die emotionale Intelligenz deines Kindes, schafft Vertrauen und bildet die Grundlage für eine unterstützende familiäre Umgebung.
  7. 7
    Konstruktive Kritik und Wertschätzung: Du übst Kritik am Verhalten deines Kindes immer auf konstruktive und wertschätzende Weise aus. Mit dieser positiven Lernumgebung förderst du die Selbstreflexion und unterstützt die emotionale Entwicklung und Resilienz deines Kindes.

Demokratisch zu erziehen bedeutet, dass Eltern und Kinder gleichberechtigte Partner in der Erziehung sind. Auch wenn Eltern die Regeln und Grenzen setzen, haben die Kinder die Möglichkeit,

sich an diesen Prozessen zu beteiligen.

Im Vergleich zu autoritären und laissez-faire Erziehungsstilen zeichnet sich der demokratische Ansatz durch eine ausgewogene Balance zwischen Struktur und Freiheit aus. 

Die autoritäre Erziehung basiert hauptsächlich auf starren Regeln und die Laissez-Faire-Erziehung bietet oft zu wenig Struktur. Der demokratische Erziehungsstil öffnet hingegen die Türen für Kommunikation, Mitbestimmung und eine positive Eltern-Kind-Beziehung

Im nächsten Abschnitt werfen wir einen Blick auf die Nachteile dieser besonderen Erziehungsweise und wie du diesen entgegenwirken kannst.

Nachteile des demokratischen Erziehungsstils

Auf der Suche nach der optimalen Erziehung stehst du als Elternteil vor zahlreichen Optionen und der demokratische Erziehungsstil erfreut sich zurecht großer Beliebtheit. 

Doch wie jede Methode hat auch diese ihre Herausforderungen. 

Schauen wir mal auf die potenziellen Nachteile und vor allem darauf, wie du diesen begegnen kannst, um von den überwiegenden Vorteilen zu profitieren.

Herausforderung 1: Zeit und Geduld 

Erziehung erfordert immer Zeit und Geduld von dir, aber in diesem Fall noch etwas mehr. Die Investition in regelmäßige Gespräche, Teilnahme und klare Konsequenzen kann eine Herausforderung darstellen, sowohl für dich als auch für dein Kind.

Lösungsansatz:

  1. 1
    Strukturierte Zeitplanung: Setze bewusst Zeit für diese Gespräche fest, um eine regelmäßige Kommunikation sicherzustellen. Das Konzept der “Familienkonferenz” hilft dir bei der Planung.
  2. 2
    Achtsamkeit und Gelassenheit: Entwickelt und trainiert Achtsamkeit, um eure Geduld zu fördern und emotionale Stabilität zu bewahren.

Herausforderung 2: Alles diskutieren wollen

Eine weitere potenzielle Herausforderung dieser Erziehungsart liegt darin, dass Kinder dazu neigen können, über alles diskutieren zu wollen. 

Während dies einerseits die Diskussionsfähigkeit fördert, kann dein Kind gleichzeitig Schwierigkeiten bekommen. Und zwar dann, wenn es zwischen angemessenen und unangemessenen Diskussionen unterscheiden muss.

Lösungsansatz:

  1. 1
    Klare Kommunikationsrichtlinien: Entwickle gemeinsam mit deinem Kind klare Kommunikationsrichtlinien. Diese sollten mitunter festlegen, über welche Themen diskutiert werden kann und welche Entscheidungen festgelegt sind.
  2. 2
    Kontext-Unterscheidung: Erkläre deinem Kind, dass außerhalb der Familie, in schulischen oder gesellschaftlichen Kontexten, andere Regeln und Hierarchien gelten können. Nicht immer sind Diskussionen angebracht oder gar gern gesehen.

Herausforderung 3: Ablehnung von Regeln

Ein weiterer Aspekt, dem du begegnen könntest, ist die mögliche Schwierigkeit deines Kindes, externe Regeln zu akzeptieren. Die geförderte Selbstständigkeit kann dazu führen, dass Regeln, die es nicht selbst aufgestellt oder mitbestimmt hat, abgelehnt werden.

Lösungsansatz:

  1. 1
    Klare und begründete Regeln: Stelle klare Regeln auf und erkläre ausführlich, warum sie wichtig sind. Kinder können Dinge besser akzeptieren, wenn sie verstehen, warum sie gemacht werden. Gerade bei festgelegten Entscheidungen ohne Mitspracherecht.
  2. 2
    Kontext-Unterscheidung: Auch hier muss aus denselben Gründen auf den Kontext und die Situation geachtet werden. Sag deinem Kind, dass es in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel in der Schule oder bei anderen Leuten, Regeln gibt, die befolgt werden müssen.

Trotz der bewältigbaren Herausforderungen der demokratischen Erziehung überwiegen die positiven Aspekte deutlich. Anstrengungen, etwaige Schwierigkeiten zu überwinden, lohnen sich immer.

Wenn du dich bewusst mit diesen Aspekten und der Anwendung dieser Lösungsansätze beschäftigst, wirst du das Maximum aus diesem Erziehungsstil schöpfen können.

Demokratische Erziehung im Alltag: Tipps für die Umsetzung

Demokratischer Erziehungsstil _ Familie sitzt gemeinsam am Tisch

Jetzt, da wir die Grundlagen des demokratischen Erziehungsstils kennen, werfen wir einen Blick auf konkrete und alltagstaugliche Tipps

Hier sind fünf Wege, wie du die demokratische Erziehung in deinen Alltag integrieren kannst:

1. Klare Regeln und flexible Grenzen

Bei der Festlegung von Regeln kannst du die wöchentliche Familienkonferenz nutzen. Dies schafft eine regelmäßige Gelegenheit für Diskussionen über aktuelle Regeln und mögliche Anpassungen ohne strikten Gehorsam.

Wenn Ereignisse anstehen, wie Ausflügen oder Feiern, könnt ihr gemeinsam darüber entscheiden, welche Regeln für diesen speziellen Anlass gelten sollen.

2. Beteiligung der Kinder an Regeln

Dein Kind wird bei der Aufstellung dieser Regeln und Grenzen miteinbezogen. Zum Beispiel könnte jeder Freitag als "Regel-Tag" dienen, an dem über Anpassungen diskutiert wird.

Wenn Situationen auftreten, wie der Beginn der Schule, Erledigung von Hausaufgaben oder die Einführung neuer Hausregeln, ist es wichtig, Kinder zu beteiligen und ihre Perspektiven zu hören.

3. Aktives Zuhören

Ein fester Bestandteil des Tages oder der Woche könnte eine Art "Tea-Time Talk" sein, bei dem jedes Familienmitglied die Gelegenheit hat, seine Gedanken oder Erlebnisse zu teilen.

In stressigen Phasen, wie vor Prüfungen, bei Schulangst oder anderen wichtigen Ereignissen, könntest du spezielle Zeiten für Gespräche anbieten, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse deines Kindes gehört werden.

4. Positive Anerkennung für positives Verhalten

Nimm dir bewusst Zeit für positive Aufmerksamkeit, besonders nach Ereignissen z.B. wie dem Schuljahresende, selbst wenn es ein schlechtes Zeugnis gab.

Aber auch in alltäglichen Situationen wie dem Teilen von Spielzeug oder dem Einhalten von Regeln zu Hause, kannst und solltest du dein Kind regelmäßig positiv bestärken.

5. Rollenspiel für Klarheit

Diesen Tipp kannst du super mit Tipp 1 verbinden. In den regelmäßigen Familien- Besprechungen bezüglich der Regeln, kannst du auch direkt schon thematisieren, welchen Sinn Regeln haben. 

Meist ist es dem Kind nicht deutlich genug, wenn es nur besprochen wird. Wichtig ist, dass ihr hier auch noch eine bildliche Darstellung einbaut  (also wirklich ein Bild malen) oder gar ein Rollenspiel einplant. 

Ein Beispiel für ein Rollenspiel:

Kind 1 macht ein riesiges Chaos mit den Bauklötzen im Wohnzimmer und räumt nicht auf. Dann kommt noch Kind 2 dazu. Weil dieses gerne die verschiedensten Fahrzeuge sammelt und mit diesen spielt, liegen auch noch diese im Wohnzimmer herum. Thematisiert das Chaos und wie es sich anfühlt, wenn Kind 1 weder seine Bauklötze noch Kind 2 seine ganzen Fahrzeuge nicht aufräumt und somit auch nicht mehr findet. Daher: Warum ist es wichtig im Wohnzimmer nach dem Spielen aufzuräumen? Richtig! Damit sich alle anderen Familienmitglieder auch wohlfühlen. Eine mögliche Lösung: Kind 1 hat seine geliebten Bauklötze in seinem Zimmer und Kind 2 seine Fahrzeuge in seinem. So geht nichts verloren und die Kinder können ihr "Gebautes" auch mal für eine Weile stehen lassen - ohne Angst zu haben, dass etwas verloren geht oder der Überblick fehlt. 


Mit diesen Tipps hast du jetzt Werkzeuge an der Hand, um den demokratischen Erziehungsstil in deinem täglichen Familienleben zu verankern. Erinnere dich daran, dass jede Interaktion mit deinem Kind eine Gelegenheit ist, eure Bindung zu stärken und ein Umfeld des Vertrauens und der Harmonie zu schaffen. 

Was dein Kind wirklich braucht

Kinder benötigen eine liebevolle und fördernde Umgebung, um sich gesund zu entwickeln. Dabei spielen grundlegende Bedürfnisse eine zentrale Rolle, unabhängig von dem gewählten Stil.

Egal, für welchen du dich entscheidest, folgen hier Beispiele für Erziehungsziele, die du unbedingt verfolgen und sicherstellen solltest:

demokratischer Erziehungsstil Grafik Artikel StarkeKids

Der Blick auf diese elementaren Bedürfnisse soll dich daran erinnern, woraus die Essenz jeder Erziehung besteht: Eine liebevolle, fördernde und sichere Umgebung zu schaffen, in der Kinder aufblühen können.

Wenn du eine bedürfnisorientierte Erziehung als Leitprinzip nimmst, legst du den Grundstein für eine optimale Entfaltung der Persönlichkeit deines Kindes. Du förderst langfristig eine glückliche und gesunde Entwicklung.

Kinder, die in einem bedürfnisorientierten Umfeld aufwachsen, sind in der Regel selbstbewusster,

resilienter und besser in der Lage, mit Herausforderungen umzugehen.

Abschluss: Was du dir merken solltest

  • Demokratische Erziehung bedeutet, Kinder aktiv in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.
  • Offene Kommunikation auf Augenhöhe zwischen dir und deinem Kind bildet das Rückgrat dieser Erziehungsart. Die Meinungen beider Seiten werden gleichermaßen respektiert.
  • Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen festgelegten Grundregeln und individuellen Freiheiten ermöglicht es dir, Struktur und Sicherheit zu bieten.
  • Konflikte werden nicht gemieden, sondern als Gelegenheit für konstruktive Gespräche betrachtet.
  • Erziehung erfordert von dir Geduld, Empathie und die Bereitschaft, dein Kind auf seinem Entwicklungsweg zu unterstützen.
  • Du bist allem unterstützender Wegbegleiter.

Erinnere dich daran, dass die Erziehung eines Kindes eine kontinuierliche Anpassung an dessen Bedürfnisse erfordert. Sei bereit, flexibel zu sein und immer wieder die Balance zwischen Anleitung und Selbstbestimmung zu finden.